Gaskraftwerk Utzenstorf „NEIN DANKE“

GaskraftwerkUtzenstorf Gaskraftwerk Utzenstorf NEIN DANKE

„Leuthard gibt Gaskraftwerk Utzenstorf neue Chance“ so stand es gestern in der BZ geschrieben.

 Hat das Gaskraftwerk Utzenstorf wirklich eine Chance?

 Der Bundesrat beabsichtigt den Kraftwerkbetreibern den Zugang zum Europäischen Emissionszertifikatehandel zu öffnen. Das heisst die BKW könnte im Europäischen Markt Emissionspapiere kaufen welche es ihnen erlauben auf dem Papier die Abgase eines Gaskraftwerkes zu kompensieren. Die aktuell in den Räten laufende Diskussion um die Energiewende und den Atomausstieg wird wieder von der stark Elektro und Stromlobby in den Räten manipuliert. Der Öffentlichkeit wird suggeriert AKW abschalten heisst Gaskraftwerke einschalten, diese Formel „vom Regen unter die Traufe“ ist jedoch falsch. Energiewende heisst AKW abschalten und Hirn einschalten!

 Schlechte Luft

 Was heisst hier Emissionen kompensieren? Am Anfang des Projektes Utzenstorf lies die BKW verlauten dass ihr geplantes Gaskraftwerk soviel Abgase abgibt wie alle im Kanton Bern immatrikulierten 800’000 Autos zusammen. Die Atemluft in der Region Utzenstorf profitiert nicht von den Emissionshandelszertifikaten, Emisionspapiere reinigen hier die Luft nicht im Gegenteil sie wird massiv verschmutzt. Es sind nicht nur CO2 Abgase auch die Agressiven NOx-Abgase werden verbreitet. Die Umweltverträglichkeitsprüfung UVP zeigte Belastungen bis ins über die Autobahn ins entfernte Recherswil. Zudem wird es bis zum von Frau Leuthard angekünigten Anschluss an den Europäischen Emissionszertifikatehandel noch einige Jahre dauern, es handelt sich hier wiederum um bilaterale Abkommen welche die beidseitige Zustimmung benötigen. Die Verpflichtung die Emissionen im Inland zu kompensieren würden aber wohl gänzlich verschwinden. Es geht dann nicht mehr darum 50 oder 75% der Emissionen im Inland zu kompensieren, der Anreiz in der Schweiz CO2 zu kompensieren würde schwinden.

Stromschwemme 

Der Strommarkt hat sich stark verändert und wird sich auch zukünftig stark ändern. Vor allem in den Sommermonaten liefern erneuerbare Energien aus Deutschland so viel Strom dass der Marktpreis zeitweise massiv fällt. Fossile und atomare Energieträger haben dadurch Mühe ihre teure Stromproduktion zu verkaufen, also legen die Schweizer Kraftwerksbetreiber die Amortisations- und Unterhaltskosten auf die Stromtarife um. Die BKW kündigte für nächstes Jahr bereits eine Strompreiserhöhung an, im nicht liberalisierten Schweizer Strommarkt können dich die Strombezüger nicht wehren. Sie haben keine Wahl woher Sie Ihren Strom beziehen wollen. Stromkonzerne welche heute nicht an Atom- Kohle-Gaskraftwerken beteiligt sind nicht durch Ihre Grosskraftwerksbeteiligungen belastet. So haben zum Beispiel die Basler Stadtwerke genügend Kapital aufgebracht um in den letzten Jahren Wind, Wasser und Solarkraftwerke zukaufen zu können. Für Sie zahlt sich die Investition in Erneuerbare und Effizienzmassnahmen aus! Die BKW jedoch hat sich diesem Weg verweigert als Sie 1992 von Bundesrat Ogi aufgefordert wurde einen Bericht zu Mühlebergalternativen zu Erarbeiten. Resultierte die Studie, „die Alternative zum AKW Mühleberg sind Grossgaskraftwerke oder Atomkraftwerke“. Da die BKW zur Hälfte dem Kt. Bern und gehört und weite Gebiete im Kanton direkt an der BKW Leitung hängen sind wir Strombezüger nun die welche die Fehlentscheide der BKW Riege zu berappen (-befranken) haben. 

Standort „Papiiri Utzenstorf“?

 Da die Papierfabrik Utzenstorf einen Teil der Abwärme des Gaskraftwerks nutzen könnte wurde immer dargestellt das die Papierfabrik Utzenstorf „Papiiri“ davon profitieren könnte. Die Region und auch ich selbst stehe zur Papierfabrik Utzenstorf, sie ist ein wichtiger Arbeitgeber und ist mit Ihrem hohen Altpapieranteil ein sinnvolles weil Ressourcenschonendes Werk. Ob jedoch das Gaskraftwerk am Standort Utzenstorf Sinn macht und den Zielen der Papierfabrik dient ist fraglich!

Es besteht der Irrglaube dass wenn das Gaskraftwerk in Betrieb geht die alten Kessel der Fabrikheizzentrale nicht mehr benötigt werden. Herr Thönen erwähnte jedoch im Rahmen einer Vorlesung an der Fachhochschule Biel das das Kraftwerk ein sogenanntes Spitzenlastkraftwerk sei, also ein Kraftwerk welches die Leistung so Regelt wie sie der Markt (Nicht die Papierfabrik) benötigt. Her Thönen bestätigte die Frage, ob denn das Kraftwerk auch ganze Tage in tiefer Last gefahren oder gar abgeschaltet würde, mit Ja. Daraus lässt sich ablesen dass das Gaskraftwerk nicht in erster Linie der Papierfabrik dient sondern den Marktbedürfnissen folgt. Ist also viel Stromangebot im Markt (Wind, Sonne aus D) wird die Kraftwerksleistung gedrosselt. In Folge müsste dann die „Papiiri“ wieder eigene Heizkessel in Betrieb nehmen (halten). Einziger Profit für die Region untere Emme wäre wohl die Ausserbetriebnahme des Schwerölkessels im Papierfabrikareal. Die Energiewende ist im Gange und die Strommarktpreise sind stark unter Druck, der Bau eines Gaskraftwerks hat auch Risiken für die Papiiri. Wird das Gaskraftwerk unrentabel könnte sich die BKW gezwungen sehen die Energiebezugspreise für Dampf und Strom anzuheben, für die Papiiri wäre dann nur zu hoffen das sie langzeitige Energielieferverträge mit der BKW hätte so dass diese auf den Unkosten sitzen bleibt.

 Chance?

 Nein! Es ist keine Chance, das Gasraftwerk wäre ein Experiment mit hohem Risiko und neuer Belastung für die Umwelt. Leider hat der Handel mit Emmissionszertifikaten den Weltweit steigenden Abgasausstoss in keiner Weise zu reduzieren vermocht. Die Energiewende hin zu den Erneuerbaren ist der einzige Ausweg aus dem Dilemma. Die hohe Wachstumskurve im weltweiten Zubau von erneuerbaren Energien spricht eine klare Sprache.

 

BKW raus aus ATOM- und GASKRAFT! Und zusammen mit der Berner Bevölkerung in die Energiezukunft.

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