ENSI Entscheid von Gestern ist ein SKANDAL

Gestern am 20. Oktober 2013 wurde vom Betreiber des AKW Mühleberg, der BKW, bekanntgegeben dass das AKW Mühleberg 2019 ausser Betrieb gehen soll. Die Nachricht dass das ENSI einen neuen Nachrüstplan fordert ging Gestern unter!

Das 42 Jährige AKW soll also nochmals 6 Jahre in Betrieb bleiben, obwohl das Risiko im Betrieb des AKW Mühleberg weiter steigt. Dazu muss man sich den Prozess nach Fukushima genauer anschauen:

Als es am 11. März 2011 im AKW Fukushima zu einem Super GAU kam erschraken auch Atombefürworter. Gleich in drei Reaktoren kam es zum GAU. Die Organisation Fokus Anti-Atom machte sofort darauf aufmerksam dass es sich bei den Reaktoren um die Baugleichen AKW wie das AKW Mühleberg handelt. Mit den selben Mängeln, schwaches Containment, mangelnder Notstrom, keine diversitäre Kühlquelle, nahezu ungeschütztes Brennelementeabklingbecken, mangelnder Schutz gegen interne Reaktorüberflutung....

Das waren keine neuen Technische Erkenntnisse, die „Aktion Mühleberg stilllegen“ monierte diese Mängel schon im Bewilligungsverfahren 1990. Doch nun nach dem Fukushima GAU wurden sie auch breiter Diskutiert. Aber eben bei der Diskussion ist es geblieben, das AKW blieb am Netz.

Ab März 2011 verlangte das ENSI in mehreren Verfügungen Auskunft über mangelnde Sicherheitsaspekte, dieses verwurstelte es wiederum in Verfügungen. So wurden einige kleine Massnahmen umgesetzt  welche im äussersten Notfall vorhanden sein sollen. So zum Beispiel eine aussen am Mühleberg-Reaktor hochgezogene Leitung über welche die Feuerwehr, im Falle dass das Brennelementelager nicht mehr gekühlt werden kann, Wasser aus mobilen Wassertanks hoch in den Reaktor pumpen kann. Eine Massnahme die offenlegt dass die Anlage selbst für den Notfall ungenügend ausgerüstet ist.

Das ENSI spielt zusammen mit der BKW auf Zeit

Am 5. Mai 2011 beauftragte das ENSI die BKW bis zum 31. August 2011 Massnahmen zur Nachrüstung einer Kühlmittelversorgung für das Notstandsystem und zur Ertüchtigung der Systeme zur Brennelementbeckenkühlung gegen Erdbeben und Überflutung vorzuschlagen. Die BKW reichte diese ein und Gestützt auf diese Unterlagen hat das ENSI am 15. November 2011 vom KKM gefordert, dass es dazu die erforderlichen Konzepte mit den technischen Unterlagen bis Ende Juni 2012 dem ENSI einzureichen habe.

Im Sommer 2012 reichte die BKW die Planung ein und im Dezember 2012 beschloss das ENSI für den Langzeitbetrieb habe die BKW bis im Sommer 2013 eine verbindliche Umsetzungsplanung einzureichen. Damals hiess es auf der ENSI Homepage: „Das Kernkraftwerk Mühleberg wird heute – im Gegensatz zu anderen Kernkraftwerken in der Schweiz – nur mit Wasser aus dem Fluss gekühlt. „Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Unfall von Fukushima ist dies nicht mehr ausreichend“, erklärt Georg Schwarz.“

Im Sommer 2013 reicht die BKW Ihren Umsetzungsplan ein und behält sich vor erst Ende 2013 zu Entscheiden ob sie diesen auch Umsetzen will.

ENSI SKANDAL: Zwei ein halb Jahre danach geschieht nichts

ENSI verlangt neuen Nachrüstplan“

 Und Gestern nun am 30. Oktober 2013 entschied sich die BKW den Plan der im Sommer 2012 erstmals eingereicht wurde nicht umzusetzen. Das ENSI welches die Mängel des AKW Mühleberg kurz nach dem GAU in Fukushima benennen konnte krebste Gestern zurück. Schon am frühen Morgen war auf der Homepage des ENSI folgender Satz zu lesen: „ENSI verlangt neuen Nachrüstplan“.  Weiter hiess es „“Die BKW verzichtet mit ihrem Ausstiegsentscheid 2019 auf einen unbefristeten Langzeitbetrieb”, stellt ENSI-Direktor Wanner klar. Damit liegt eine neue Situation vor. Das ENSI erwartet deshalb, dass die BKW in einer neuen Nachrüstplanung aufzeigt, wie sie die notwendige Verbesserung der Sicherheit des Kernkraftwerks Mühleberg in der verbleibenden Laufzeit zu gewährleisten gedenkt. Das ENSI wird diese Planung prüfen und dazu Stellung nehmen.“

Was heisst das nun

Das ENSI wird verfügen dass die BKW bis Mitte 2014 einen neun Plan vorlegt, dann wird es diesen bis Ende 2014 prüfen und erkennen dass Mühleberg die Sicherheit nicht erreichen wird und Entscheiden das die BKW Ihr AKW „bereits“ 2017 vom Netz nehmen muss. Und so, hat das ENSI der BKW geholfen den Uralt Reaktor bis ins Jahr 2017 betreiben zu können. Die Sicherheit bleibt dabei auf der Strecke, 2019 scheint mir Utopisch! Das ENSI können wir abschaffen, die Sicherheit kann es nicht garantieren dafür hat es zuwenig Rückgrat!

Nach meiner Meinung ist nun Schluss, das AKW muss sofort vom Netz! Die BKW wusste bereits im letzten Jahr dass sie eventuell ein früheres Ausstiegsdatum wählen wird, also hätte sie bereits im Sommer 2012 einen Plan B vorlegen können.  Das das ENSI jetzt nochmals Hand bietet und einen neuen Nachrüstplan unter dem Motto Stilllegungsplanung fordert ist ein Wahnsinn!

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