AKW Mühleberg – sicher bis 2019?

Im März 2011 ereignete sich der SUPER-GAU in Japan, gewaltige Explosionen rissen die Kraftwerkblöcke des AKW Fukushima Daiichi in auseinander. Das 43-jährige AKW Mühleberg ist ein baugleiches AKW. 
Können wir den Betrieb bis 2019 riskieren?

Vertreterinnen der Organisation Ajisai-no-Kai informieren über die Situation in Fukushima Japan.

Donnerstag, 24. April 2014, 20:00h,  Kirchgemeindehaus KGH, Bätterkinden

Einladung als Pdf

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Überparteiliche JA-Kampagne zur Initiative «Mühleberg vom Netz» lanciert

 

Nur die Abschaltung macht Mühleberg sicher Präsentation

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In letzter Zeit bemühten sich Vertreterinnen der BKW zu verkünden, dass eine sichere Stilllegung des AKW Mühleberg den Weiterbetrieb bis 2019 bedingt. Eine Abschaltung könne nicht überstürzt erfolgen. Tatsache ist: Solange im AKW die Kernspaltung im Gange ist, bleibt das Risiko am höchsten.

Deutschland reduzierte im August 2011 das atomare Risiko mit dem Entscheid, 8 Reaktoren abzuschalten, massiv. Alle AKW, welche vor 1982 in Betrieb gingen, wurden inzwischen abgeschaltet[1]. Würde die Schweiz analog handeln, wären Mühleberg, Beznau und Gösgen stillgelegt.

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Mühleberg genügt nicht den guten industriellen Standards

Im Jahr 2000 besuchte eine OSART Mission (Operational Safety Review Team) der IAEA das AKW Mühleberg. Im 2001 veröffentlichten Bericht war folgendes zu lesen:

Industrielles Sicherheitsprogramm: Verschiedene industrielle Sicherheitspraktiken auf der Anlage sind unterhalb der guten internationalen Praxis.[2]

Im Jahr 2012, 1 ½ nach Fukushima, 12 Jahre nach dem ersten Besuch, besuchte erneut eine IAEA Mission das AKW Mühleberg. Im Anfang 2013 veröffentlichten Bericht war folgendes zu lesen:

Das Sicherheits-Programm des AKW Mühleberg entspricht nicht den guten industriellen Standards.[3]

Innerhalb der 12 Jahre hat es der Betreiber des AKW Mühleberg nicht geschafft, den Ansprüchen an den industriellen Standard zu entsprechen. Vor kurzem behauptete BKW-Verwaltungsratspräsident Gasche, mit den getroffenen Massnahmen habe man alle Kritikpunkte der OSART Mission erfüllt.[4] Was 12 Jahre nicht möglich war, soll im vergangenen Jahr erledigt worden sein?

Daher erstaunt es nicht, wenn sich sogar das sonst nicht gerade als kritische Stimme bekannte ENSI in der Stellungnahme zum Sicherheitsbericht wie folgt äusserte:

Aus Sicht des ENSI nimmt der Verwaltungsrat der BKW Energie AG seine Verpflichtung nicht genügend wahr, auf systematische Weise die Sicherheit des KKM zu bewerten, um vorausschauend die nötigen Verbesserungen einzuleiten.”

Die Rendite ist wichtiger als die Sicherheit

Es ist wichtig zu erkennen, dass sich die BKW nicht der Sicherheit, sondern eher den monetären Interessen verpflichtet sieht.

Nachdem die BKW die Stilllegung für das Jahr 2019 verkündete, verwarf sie die Nachrüstungen in der Höhe von einigen Millionen Franken. Die Sicherheitsfrage wurde durch die BKW banalisiert, um mit minimalen Investitionen das AKW noch 5 Jahre weiter laufen lassen.[5]

Das ENSI stellte der BKW im November 2013 eine Verfügung zu.  Die BKW muss bis Mitte 2014 erklären, wie sie gedenkt, das AKW bis zum Jahr 2019 zu sichern. Die Unsicherheit des AKW Mühleberg lässt sich an der Entwicklung der Kernschmelzwahrscheinlichkeit ablesen. In den Stellungnahmen des ENSI zu den Mühleberg Sicherheitsberichten ist ersichtlich, dass die Kernschmelzwahrscheinlichkeit Core Damage Factor CDF-Gesamt (Total der Anteile Erdbeben, Brand, Überflutung, Flugzeugabsturz usw.), in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist!

1991 = 1.3×10-5, 2002 = 1.5×10-5, 2012 = 2.35×10-5

Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass in Mühleberg eine Kernschmelze wahrscheinlicher wird.[6] Dazu tragen interne Überflutung und Brand seit Inbetriebnahme wesentlich bei. Ursache sind Konstruktionsmängel der ersten Generation Siedewasserreaktoren.

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Alte konstruktive Mängel

Kommt es zu einer internen Überflutung durch den Bruch der Speisewasser- oder Frischdampfleitung, des Brennelementebeckens oder des Torus, würden sich die Wassermassen in den AKW Keller ergiessen. Doch gerade auf dieser Ebene 11m unterhalb der Oberfläche stehen diverse Apparate wie Pumpen und Ventile, welche für Notsituationen benötigt werden, um dann Kühlwasser in den Reaktor zu pumpen.

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Nicht gesicherte Kühlung

Das AKW Mühleberg bezieht zur Kühlung des Reaktors Wasser aus der Aare. Ist das Wasser nicht verfügbar oder eine Leitung verstopft, versagt die Kühlung und Notkühlung des AKW. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Fukushima GAU wurde eine von der Aare unabhängige Kühlquelle geplant. 2011 präsentierte die BKW eine Lösung mit einem Kühlturm, welcher unabhängig von der Aare eine Notkühlung bieten könnte, und ein halbes Jahr danach eine Lösung mit einer Wasserleitung, welche aus einer neuen Grundwasserpumpstation im Saanetal eine Notkühlung gewährleisten sollte. Die neusten Vorschläge der BKW beruhen darauf, dass eine nicht erdbebenfeste Leitung als Notlösung herangezogen werden soll.

Nicht vorhandene Brandschutztrennung

Im AKW Mühleberg kam es bereits 1971 bei Inbetriebnahmeversuchen zu einem Brand[7] im Maschinenhaus. Die Erkenntnisse zum Mühleberg-Brand führten zu weitreichenden Überlegungen bei der Konstruktion weiterer AKW; diese betrafen vorwiegend den Schutz von mehrfach (Redundant) vorhandenen Sicherheitssystemen. Eine wichtige Massnahme ist dabei die Brandschutztrennung. Das AKW Mühleberg hat keine Brandschutztrennung. Mehrere sich unterstützende oder doppelt vorhandene Sicherheitssysteme befinden sich in nicht getrennten Räumen. Die räumliche Trennung der Systeme ist jedoch im AKW Mühleberg nicht machbar, da es als einziges AKW dieses Typs eine äussere Druckabbaukammer besitzt, welche die räumliche Trennung verunmöglicht. In anderen baugleichen AKWs gibt es sogenannte Eckräume[8], in welchen Sicherheitssysteme gegen interne Überflutung und Brand abgeschottet werden.

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Die Abschaltung ist einfach umzusetzen

Die sofortige Abschaltung von Mühleberg ist technisch möglich. Drückt heute ein Reaktorführer den Abschaltknopf, wird durch Einfahren der Steuerstäbe die Kettenreaktion abgestellt. Nach wenigen Tagen ist die Nachzerfallswärme auf ein Niveau abgesunken, welche es erlaubt, den Reaktordeckel zu öffnen und danach sorgfältig die sich im Reaktor befindlichen Brennelemente ins Brennelementelagerbecken zu verfrachten. Ein Vorgang wie er bereits bei jeder Revision, bei welcher rund 15% neue Brennelemente nachgeladen werden, durchgeführt wird.[9] 5 Jahre später, 2019, könnten die entladenen Brennelemente mit Castorbehältern ins ZWILAG[10] abgeführt werden, es ist zu hoffen, das, sich bis dahin kein Erdbeben ereignet, der Mühleberg Damm hält, kein Brand ausbricht, keine Leitung bricht. Daher macht nur die sofortige Abschaltung des AKW Sinn. Stilllegung 2019 hiesse 10 Jahre Risikoverlängerung!



[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Deutschland

[2] OSART Bericht im Jahr 2001, 1.5 Industrial Safety Programme  „However, several industrial safety practices at the plant are below good international practice.“

[3] OSART Bericht im Jahr 2001, 1.5 Industrial Safety Programme  „However, several industrial safety practices at the plant are below good international practice.“

[4] http://www.derbund.ch/bern/kanton/Es-ging-in-keiner-Art-und-Weise-um–kritische-Zustaende-in-Muehleberg/story/24496435

[5] http://www.derbund.ch/bern/kanton/Ensi-fordert–und-gibt-nach/story/31666384

[6] PSÜ 2005 Tabelle 8.3.7-1:, PSÜ 2000 Tab 8.1.6-1:,  PSÜ 2010 Tabelle 7.3-2:, PSÜ 1991 Tab 9-7

[7] http://www.fokusantiatom.ch/Dokumente/1971_BrandinMuehleberg_VGB.pdf

[8] http://www.fokusantiatom.ch/FAA_Info/2013_10_Info8_FAA.pdf

[9] http://www.nuklearforum.ch/sites/default/files/monatsberichte/MB_August2013_d.pdf

[10] http://www.zwilag.ch/

 

Homepage der Kampagne Mühleberg stillegen http://muehleberg-stilllegen.ch

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Mühleberg vom Netz

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Brauchen Sie noch Argumente?

Kernschmelzwahrscheinlichkeit: In den Stellungnahmen des ENSI zu den Mühleberg Sicherheitsberichten ist ersichtlich dass die Kernschmelzwahrscheinlichkeit (CDF-Gesamt Faktor, (2012 = 2.35×10-5, 2002 = 1.5×10-5, 1991 = 1.3×10-5)) in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist!

Obwohl die Erkenntnis wächst dass in Mühleberg eine Kernschmelze wahrscheinlicher wird verzichtet die BKW auf Sicherheitsinvestitionen und das ENSI lässt sie gewähren.[1]

 

Interne Überflutung: Im Keller -11m Ebene des AKW stehen diverse Apparate welche für Notsituationen benötigt werden um Kühlwasser in den Reaktor zu Pumpen. Das Brennelementelagerbecken im AKW Mühleberg liegt einige Stockwerke darüber. Infolge der Untersuchungen im Nachgang zum Fukushima GAU wurde festgestellt dass sich das  Brennelementelagerbecken in das Reaktorgebäude ergiessen kann und somit die -11m Zone überfluten kann. Wird die -11m Zone überflutet ist die Notkühlung des AKW Mühleberg nicht mehr gewährleistet.

In anderen AKW (Gösgen, Leibstadt) ist das Brennelementelagerbecken nicht im Reaktorgebäude untergebracht.

 

Diversitäre Kühlquelle: Das AKW Mühleberg bezieht zur Kühlung des Reaktors Wasser aus der Aare, ist das Wasser nicht verfügbar oder eine Leitung verstopft versagt die Kühlung und Notkühlung des AKW. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Fukushima GAU wurde eine Diversitäre, also von der Aare unabhängige Kühlquelle, geplant. 2011 präsentierte die BKW eine Lösung mit einem Kühlturm welcher unabhängig von der Aare eine Notkühlung bieten könnte und ein halbes Jahr danach eine Lösung mit einer Wasserleitung welche aus der naheliegenden Saane eine Notkühlung garantieren könnte. Im November 2013 überraschte die BKW mit der Tatsache auf diese Nachrüstungen „zu verzichten“.

Obwohl bereits vielfach angekündigt soll die nötige Aareunabhängige Notkühlquelle nicht gebaut werden, trotz des neu erkannten Risiko der fehlenden Aareunabhängigen Notkühlquelle  soll das AKW nach Wunsch der BKW bis 2019 weiterbetrieben werden.

 

Brand: Im AKW Mühleberg kam es bereits 1971 bei Inbetriebnahmeversuchen zu einem Brand im Maschinenhaus. Die Erkenntnisse zum Mühleberg Brand führten zu weitreichenden Überlegungen bei der Konstruktion weiterer AKW, diese betrafen vorwiegend den Schutz von mehrfach (Redundant) vorhandenen Sicherheitssystemen, eine wichtige Massnahme ist dabei die Brandschutztrennung. Das AKW Mühleberg hat keine Brandschutztrennung. Mehrere sich unterstützendene oder doppelt vorhandene Sicherheitssysteme befinden sich in nicht getrennten Räumen. Die Räumliche Trennung der Systeme ist jedoch im AKW Mühleberg nicht  machbar da es als einiges AKW dieses Typs eine äussere Druckabbaukammer besitzt welche die Räumliche Trennung verunmöglicht. In anderen baugleichen AKW gibt es sogenannte Eckräume in welchen Sicherheitssysteme gegeneinander, gegen interne Überflutung und Brand abgeschottet werden.

Kommt es im AKW Mühleberg in der -11m Zone zu einem Brandausbruch würden mehrere Notkühlsysteme gleichzeitig ausfallen!

 

Notstrom: Das AKW Mühleberg besitzt 3 Notstromdiesel. Nur 2 davon sind Erdbebenfest! Das AKW Leibstadt im Vergleich dazu besitzt 3 Erdbebenfeste Notstromdiesel und 2 Erdbebenfeste Notstandsdiesel (SEHR). In Folge des Fukushima GAU wurden im AKW Mühleberg einzelne Notstromaggregate exponiert auf das Dach eines Notstandsgebäudes (SUSAN) aufgebaut. In der Vergangenheit kam es schon mehrmals während Testläufen zu Pannen mit den Notstromdieseln.

Das AKW Mühleberg ein uraltes (43 Jahre) unsicheres AKW hat weniger Notstromreserve als ein 30Jähriges „moderneres“ wie Leibstadt.

 

Mühleberg ist ein Fukushima Reaktor: Das AKW Mühleberg ist vom selben Reaktortyp wie die japanischen AKW Fukushima Daiichi 1,2,3. Die Unfallabfolge in den Fukushima Reaktoren zeigte wie Schutzlos die AKW der ersten Amerikanischen Siedewasser Baureihe der Firma General Electric sind. 3 Jahre betrieben nun ENSI und  Mühleberg „Pflästerlipolitik“. Gegen die Kernschmelze wird nicht vorgesorgt, die bisher getroffenen Nachrüstungen beziehen sich nur auf das Management nach einem Reaktorunfall, in die Unfallvermeidung wurde nicht Investiert. So wurde zum Beispiel zur Vermeidung der Überhitzung des Brennelementelagerbecken an der Reaktoraussenwand eine Leitung hochgezogen welche durch die Reaktoraussenwand hindurch ins Brennelementelagerbecken hineinführt.

Nach einem Unfall im AKW Mühleberg müssten Feuerwehrleute (Liquidatoren) zum verseuchten Reaktor hinfahren und mit einem Tanklöschfahrzeug Wasser ins Brennelementelagerbecken hochpumpen.



[1] PSÜ 2005 Tabelle 8.3.7-1:, PSÜ 2000 Tab 8.1.6-1:,  PSÜ 2010 Tabelle 7.3-2:, PSÜ 1991 Tab 9-7

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AKW Gösgen: Schwingungen an Turbine führten zu Turbinenschnellabschaltung

Im Mai 2013 letzten Jahres hatte das AKW Gösgen eine Turbogeneratorgruppe modernisiert und ein neuen Generator eingebaut. In folge kam es zu mehreren Pannen, welche den Betreiber Millionen kostete. Am 28. Januar 2014 kam es in Gösgen zu einer Turbinenschnellabschaltung. Die untenstehende einfache Erklärung des Nuklearforum erklärt nicht genauer wie es dazu kam.

Im Monatsbericht des Nuklearforum Januar 2014 nachzulesen.

Kernkraftwerk Gösgen, (Nennleistung 1035 MW brutto / 985 MW netto, Druckwasserreaktor)
Betriebsverlauf im Januar 2014
Die Anlage produzierte bis zum 28. Januar 2014 nach Plan und ohne Unterbruch. Am 28. Januar wurde durch fehlerhafte Signale der Schwingungsüberwachung eine Turbinenschnellabschaltung ausgelöst. Die Stromproduktion wurde nach sieben Stunden
Unterbruch am gleichen Tag wieder aufgenommen.

http://www.kkg.ch/de/i/generator-und-turbinentausch-_content—1–1407.html

http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin/kernkraftwerk-goesgen-wieder-am-netz-0

http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin/goesgen-schaden-am-generator-geklaert-0

 

 

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Was kommt in Mühleberg auf uns zu?

Der Berner Regierungsrat zu Stillegungskosten für AKW Mühleberg

Rueckbau 400x282 Was kommt in Mühleberg auf uns zu?

Vortrag in Benken 2014_01_26_KLAR

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ENSI wagt Kritik an BKW! Sicherheitsbericht 2010 zum AKW Mühleberg

Das ENSI veröffentlichte heute mit ettlicher Verspätung seine Stellungnahme zum Mühleberg Sicherheitsbericht 2010. Seite 44 des BErichtes des ENSI

“Aus Sicht des ENSI nimmt der Verwaltungsrat der BKW Energie AG seine Verpflichtung nicht genügend wahr, auf systematische Weise die Sicherheit des KKM zu bewerten, um vorausschauend die nötigen Verbesserungen einzuleiten.”

Dazu “der Bund” vom 14.12.2013: “Harte Kritik des Ensi an BKW-Spitze”

TaschenbunkerKlein 300x400 ENSI wagt Kritik an BKW! Sicherheitsbericht 2010 zum AKW Mühleberg

 

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ENSI schütz uns nicht vor Atomgefahr!

Wie muss die Schweizer AKW-Aufsicht aufgestellt sein?

Nach dem Bundesgerichtsentscheid zur unbefristeten Betriebsbewilligung des AKW Mühleberg im März 2013 machte sie in einer Medienmitteilung zusammen mit der SES bekannt dass zur Organisation der Aufsicht Fragen im Nationalrat hängig sind, so zum Beispiel:

  1. Dass die unabhängige Zweitmeinung auf Expertenebene gestärkt wird. Dazu muss die KNS mit mehr Personal und Mitteln ausgerüstet werden (Motion 11.3748).
  2. Dass die strukturellen Schwächen der Atomaufsicht schnellstmöglich beseitigt werden. Insbesondere das ENSI muss in seiner Unabhängigkeit gegenüber den AKW Betreibern und der Nagra gestärkt werden (Motion 11.3816).

Heute lancierte Greenpeace einen neuen Vorschlag.

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Siehe SRF-Teletext vom 3.11.2013

In einem Land mit 5 Atom-Reaktoren welche in 2 Generationen und 2 Reaktortypen unterteilt sind ist die Organisation der Atom-Aufsicht eine gewaltige Herausforderung. Im alten Atomgesetz war der Bundesrat welcher sich sicherlich nicht aus Atomexperten bestand die alleinige Macht inne. Seit wenigen Jahren wurde die Aufsicht umorganisiert, Ziel war es die Verwandschaftsverhältnisse der Betreiber zur Atom-Aufsicht zu trennen. Die ist jedoch kaum Möglich ist doch die Atomindustrie in der Schweiz ein so kleines Gebilde dass wer in der Atomindustrie arbeitet nur wenige Stellenangebote hat, eben Aufsicht oder Betreiber. So zum Beispiel der Ingenieur Nögerath welcher der “Aktion Mühleberg stilllegen” in den 90ern als Spezialist für Kernmantelmechanik gegenüberstand und heute im AKW Leibstadt als Ingenieur arbeitet. Solche Beispiele finden sich viele und so waren eben auch bis vor kurzem ENSI Techniker an allen Veranstaltungen des Nuklearforum (früher Schweizerische Vereinigung für Atomenergie) mit dabei. Man trifft sich zu den nuklearen Kaffeekränzchen. So auch bei den Abklärungen zum PEGASUS Projekt “unabhängige” Erdbebenspezialisten aus der Atomindustrie sitzen mit ENSI und Betreiber Spezialisten zusammen uns erheben “unabhängige” Berichte zur Erdbebengefährdung der CH-AKW.

An einer SES Veranstaltung im vergangenen Jahr machte die ENSI-Rat Präsidentin Anne Eckhardt daruf aufmerksam dass die Atom Aufsicht in einer “heiligen” Dreifaltigkeit besteht, das war noch vor dem Bundesgerichtsurteil vom März 2012, welches das ENSI zum alleinigen Gottesähnlichen Atom-Sicherheitsinstitut erhob. Was Frau Eckhardt meinte war das alte Konstrukt,  ENSI-KNS-UVEK.

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An der Veranstaltung in Zürich beklagten 2 ehemalige KNS Mitglieder das die von Frau Eckhardt genannte KNS, welche die ENSI mit Kontrolliere, zuwenig Geld für Ihre Aufgaben habe. Sie könne weder Studien in Auftrag geben noch angemessene Honorare an die Mitglieder der KNS zahlen. Die ENSI ist also zu Allmächtig. So kam es auch zu den obig genannten Vorstössen.

Wie ist die Aufsicht zu lösen

Ich bin nicht der Meinung von Greenpeace dem ENSI noch mehr Macht zuzuspielen. Schliesslich missbraucht es diese schon heute. Das ENSI hat keine Konkurrenz, was zu beurteil ist beurteilt das ENSI. So sagte es auch der Bundesrichter: Das ENSI ist das einzige Institut welches die Sicherheit beurteilen kann also haben wir ihm zu Vertrauen.

Die Vertrauen fehlt! Eine Idee. Die Sicherheitsbeurteilung könnte ausgeschrieben werden TÜV, ENSI oder andere Gutachterunternehmungen könnten die Beurteilung offerieren und durchführen. Dem ENSI würde so eine Konkurrenz entstehen welche nicht mit der Schweizerischen Atomindustrie verflochten ist. Wo ist den heute die Unabhängigkeit des ENSI? Jede Sicherheitsbeurteilung die ansteht macht das ENSI und die für welche es keine Zeit hat die lässt es hängen. So ist zum Beispiel die Stellungnahme des ENSI zum Sicherheitsbericht 2010 immer noch hängig. Zudem bietet das ENSI nur die Öffentlichkeit welche es Bestimmt, so unterschlägt uns das ENSI seit Zweieinhalb Jahren seine Listen der Projekte und Geschäfte!

Die Forderungen an die Organisation der Aufsicht müssen gut Durchdacht werden! Auch die Schweizer AKW sind überaltert, das Risiko steigt. Wir brauchen eine gut Organisierte Aufsicht und eine breit abgestützte Diskussion wie diese Funktionieren soll! Dieser Part darf nicht nur der Politik überlassen werden hier ist die Anti-AKW Bewegung zu integrieren! Diese Bewegung und nicht die Aufsicht forderte und förderte das Sicherheitsdenken!

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ENSI Entscheid von Gestern ist ein SKANDAL

Gestern am 20. Oktober 2013 wurde vom Betreiber des AKW Mühleberg, der BKW, bekanntgegeben dass das AKW Mühleberg 2019 ausser Betrieb gehen soll. Die Nachricht dass das ENSI einen neuen Nachrüstplan fordert ging Gestern unter!

Das 42 Jährige AKW soll also nochmals 6 Jahre in Betrieb bleiben, obwohl das Risiko im Betrieb des AKW Mühleberg weiter steigt. Dazu muss man sich den Prozess nach Fukushima genauer anschauen:

Als es am 11. März 2011 im AKW Fukushima zu einem Super GAU kam erschraken auch Atombefürworter. Gleich in drei Reaktoren kam es zum GAU. Die Organisation Fokus Anti-Atom machte sofort darauf aufmerksam dass es sich bei den Reaktoren um die Baugleichen AKW wie das AKW Mühleberg handelt. Mit den selben Mängeln, schwaches Containment, mangelnder Notstrom, keine diversitäre Kühlquelle, nahezu ungeschütztes Brennelementeabklingbecken, mangelnder Schutz gegen interne Reaktorüberflutung....

Das waren keine neuen Technische Erkenntnisse, die “Aktion Mühleberg stilllegen” monierte diese Mängel schon im Bewilligungsverfahren 1990. Doch nun nach dem Fukushima GAU wurden sie auch breiter Diskutiert. Aber eben bei der Diskussion ist es geblieben, das AKW blieb am Netz.

Ab März 2011 verlangte das ENSI in mehreren Verfügungen Auskunft über mangelnde Sicherheitsaspekte, dieses verwurstelte es wiederum in Verfügungen. So wurden einige kleine Massnahmen umgesetzt  welche im äussersten Notfall vorhanden sein sollen. So zum Beispiel eine aussen am Mühleberg-Reaktor hochgezogene Leitung über welche die Feuerwehr, im Falle dass das Brennelementelager nicht mehr gekühlt werden kann, Wasser aus mobilen Wassertanks hoch in den Reaktor pumpen kann. Eine Massnahme die offenlegt dass die Anlage selbst für den Notfall ungenügend ausgerüstet ist.

Das ENSI spielt zusammen mit der BKW auf Zeit

Am 5. Mai 2011 beauftragte das ENSI die BKW bis zum 31. August 2011 Massnahmen zur Nachrüstung einer Kühlmittelversorgung für das Notstandsystem und zur Ertüchtigung der Systeme zur Brennelementbeckenkühlung gegen Erdbeben und Überflutung vorzuschlagen. Die BKW reichte diese ein und Gestützt auf diese Unterlagen hat das ENSI am 15. November 2011 vom KKM gefordert, dass es dazu die erforderlichen Konzepte mit den technischen Unterlagen bis Ende Juni 2012 dem ENSI einzureichen habe.

Im Sommer 2012 reichte die BKW die Planung ein und im Dezember 2012 beschloss das ENSI für den Langzeitbetrieb habe die BKW bis im Sommer 2013 eine verbindliche Umsetzungsplanung einzureichen. Damals hiess es auf der ENSI Homepage: “Das Kernkraftwerk Mühleberg wird heute – im Gegensatz zu anderen Kernkraftwerken in der Schweiz – nur mit Wasser aus dem Fluss gekühlt. „Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Unfall von Fukushima ist dies nicht mehr ausreichend“, erklärt Georg Schwarz.”

Im Sommer 2013 reicht die BKW Ihren Umsetzungsplan ein und behält sich vor erst Ende 2013 zu Entscheiden ob sie diesen auch Umsetzen will.

ENSI SKANDAL: Zwei ein halb Jahre danach geschieht nichts

ENSI verlangt neuen Nachrüstplan”

 Und Gestern nun am 30. Oktober 2013 entschied sich die BKW den Plan der im Sommer 2012 erstmals eingereicht wurde nicht umzusetzen. Das ENSI welches die Mängel des AKW Mühleberg kurz nach dem GAU in Fukushima benennen konnte krebste Gestern zurück. Schon am frühen Morgen war auf der Homepage des ENSI folgender Satz zu lesen: “ENSI verlangt neuen Nachrüstplan”.  Weiter hiess es ““Die BKW verzichtet mit ihrem Ausstiegsentscheid 2019 auf einen unbefristeten Langzeitbetrieb”, stellt ENSI-Direktor Wanner klar. Damit liegt eine neue Situation vor. Das ENSI erwartet deshalb, dass die BKW in einer neuen Nachrüstplanung aufzeigt, wie sie die notwendige Verbesserung der Sicherheit des Kernkraftwerks Mühleberg in der verbleibenden Laufzeit zu gewährleisten gedenkt. Das ENSI wird diese Planung prüfen und dazu Stellung nehmen.”

Was heisst das nun

Das ENSI wird verfügen dass die BKW bis Mitte 2014 einen neun Plan vorlegt, dann wird es diesen bis Ende 2014 prüfen und erkennen dass Mühleberg die Sicherheit nicht erreichen wird und Entscheiden das die BKW Ihr AKW “bereits” 2017 vom Netz nehmen muss. Und so, hat das ENSI der BKW geholfen den Uralt Reaktor bis ins Jahr 2017 betreiben zu können. Die Sicherheit bleibt dabei auf der Strecke, 2019 scheint mir Utopisch! Das ENSI können wir abschaffen, die Sicherheit kann es nicht garantieren dafür hat es zuwenig Rückgrat!

Nach meiner Meinung ist nun Schluss, das AKW muss sofort vom Netz! Die BKW wusste bereits im letzten Jahr dass sie eventuell ein früheres Ausstiegsdatum wählen wird, also hätte sie bereits im Sommer 2012 einen Plan B vorlegen können.  Das das ENSI jetzt nochmals Hand bietet und einen neuen Nachrüstplan unter dem Motto Stilllegungsplanung fordert ist ein Wahnsinn!

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Wohin mit dem Atommüll

DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE
Übersicht über vertiefende Filmgespräche und Podiumsdiskussionen
zum Filmstart: www.diereisezumsicherstenortdererde.ch
Ab Ende Oktober im Kino
www.looknow.ch
«Wenn man ein Haus baut,
darf man die Toilette nicht vergessen»
Ju Wang, Direktor des hochradioaktiven Endlagerprogramms der Volksrepublik China

Seit Beginn der zivilen Nutzung der Atomenergie im Jahr 1956 gibt es ein Dilemma: wir produzieren «sauberen Strom» und hinterlassen den gefährlichsten Abfall überhaupt. Der hochradioaktive Atommüll bedroht uns für hunderttausende von Jahren. 350000 Tonnen sind es inzwischen weltweit – und jährlich kommen 10000 Tonnen dazu. Der Müll wird rund um die Welt provisorisch gelagert, in Kühlbecken auf Atomkraftwerksgeländen
und in Zwischenlagern. Die politische Strategie, diesem Dilemma zu entrinnen, heisst
heute in allen Atomenergie produzierenden Ländern: Endlagerstandorte finden. Orte finden, wo die Gefahr für künftige Generationen bis in alle Ewigkeit gebannt ist. Ein solcher Ort kann nichts anderes als «der sicherste Ort der Erde» sein. Seit Jahrzehnten wird in vielen Ländern weltweit danach gesucht, wissenschaftlich geforscht und immer wieder werden mögliche Standorte verworfen.
Mit diesem Film begebe ich mich auf die komplexe Suche nach dem sichersten Ort der Erde. Menschen, die das Problem stellvertretend für uns alle lösen wollen, stehen im Zentrum des Films – ihr Bemühen, ihr Leiden, ihre Kämpfe, ihr Hoffen und ihre Niederlagen. Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker Charles McCombie ist seit 35 Jahren in führenden Positionen und mit ungebrochenem Optimismus in die weltumspannende Suche nach dem sichersten Ort involviert. Exklusiv für den Film öffnet er Türen zu Orten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Er trifft auf Weggefährten und einige seiner schärfsten Gegner. Es ist eine Reise durch tiefe Schichten kollektiver Verdrängung. Trotz jahrzehntelanger, erfolgloser Suche nach Endlagerstandorten wird die Produktion von hochradioaktivem Atommüll ungebrochen fortgesetzt. Es herrscht ein fast religiöser Glaube, dass sich in Zukunft alles fügen wird. Die Verdrängung des Problems wird dadurch begünstigt, dass das radioaktive Material aus Sicherheitsgründen auch heute schon provisorisch weggesperrt werden muss: in tabuisierte, dem öffentlichen Auge entzogene Gelände, in die nur unter schwierigsten Auflagen Einblick gewährt wird.
Der Film ist auch ein permanentes Ringen darum, den Müll zu Gesicht zu bekommen. In diesem Ringen wächst die Einsicht, dass der sicherste Ort nur dort zu finden sein kann, wo es uns als Kollektiv gelingt, uns dem Druck extremer ökonomischer Sachzwänge zu widersetzen, nicht zu Gläubigen zu werden und Behauptungen nicht voreilig als letzte wissenschaftliche Wahrheiten zu missverstehen.

Der Film reist auf der Suche nach Antworten bis ans Ende der Welt. // Edgar Hagen

JJ: See also: http://www.intoeternitythemovie.com

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Gaskraftwerk Utzenstorf “NEIN DANKE”

GaskraftwerkUtzenstorf Gaskraftwerk Utzenstorf NEIN DANKE

“Leuthard gibt Gaskraftwerk Utzenstorf neue Chance” so stand es gestern in der BZ geschrieben.

 Hat das Gaskraftwerk Utzenstorf wirklich eine Chance?

 Der Bundesrat beabsichtigt den Kraftwerkbetreibern den Zugang zum Europäischen Emissionszertifikatehandel zu öffnen. Das heisst die BKW könnte im Europäischen Markt Emissionspapiere kaufen welche es ihnen erlauben auf dem Papier die Abgase eines Gaskraftwerkes zu kompensieren. Die aktuell in den Räten laufende Diskussion um die Energiewende und den Atomausstieg wird wieder von der stark Elektro und Stromlobby in den Räten manipuliert. Der Öffentlichkeit wird suggeriert AKW abschalten heisst Gaskraftwerke einschalten, diese Formel “vom Regen unter die Traufe” ist jedoch falsch. Energiewende heisst AKW abschalten und Hirn einschalten!

 Schlechte Luft

 Was heisst hier Emissionen kompensieren? Am Anfang des Projektes Utzenstorf lies die BKW verlauten dass ihr geplantes Gaskraftwerk soviel Abgase abgibt wie alle im Kanton Bern immatrikulierten 800’000 Autos zusammen. Die Atemluft in der Region Utzenstorf profitiert nicht von den Emissionshandelszertifikaten, Emisionspapiere reinigen hier die Luft nicht im Gegenteil sie wird massiv verschmutzt. Es sind nicht nur CO2 Abgase auch die Agressiven NOx-Abgase werden verbreitet. Die Umweltverträglichkeitsprüfung UVP zeigte Belastungen bis ins über die Autobahn ins entfernte Recherswil. Zudem wird es bis zum von Frau Leuthard angekünigten Anschluss an den Europäischen Emissionszertifikatehandel noch einige Jahre dauern, es handelt sich hier wiederum um bilaterale Abkommen welche die beidseitige Zustimmung benötigen. Die Verpflichtung die Emissionen im Inland zu kompensieren würden aber wohl gänzlich verschwinden. Es geht dann nicht mehr darum 50 oder 75% der Emissionen im Inland zu kompensieren, der Anreiz in der Schweiz CO2 zu kompensieren würde schwinden.

Stromschwemme 

Der Strommarkt hat sich stark verändert und wird sich auch zukünftig stark ändern. Vor allem in den Sommermonaten liefern erneuerbare Energien aus Deutschland so viel Strom dass der Marktpreis zeitweise massiv fällt. Fossile und atomare Energieträger haben dadurch Mühe ihre teure Stromproduktion zu verkaufen, also legen die Schweizer Kraftwerksbetreiber die Amortisations- und Unterhaltskosten auf die Stromtarife um. Die BKW kündigte für nächstes Jahr bereits eine Strompreiserhöhung an, im nicht liberalisierten Schweizer Strommarkt können dich die Strombezüger nicht wehren. Sie haben keine Wahl woher Sie Ihren Strom beziehen wollen. Stromkonzerne welche heute nicht an Atom- Kohle-Gaskraftwerken beteiligt sind nicht durch Ihre Grosskraftwerksbeteiligungen belastet. So haben zum Beispiel die Basler Stadtwerke genügend Kapital aufgebracht um in den letzten Jahren Wind, Wasser und Solarkraftwerke zukaufen zu können. Für Sie zahlt sich die Investition in Erneuerbare und Effizienzmassnahmen aus! Die BKW jedoch hat sich diesem Weg verweigert als Sie 1992 von Bundesrat Ogi aufgefordert wurde einen Bericht zu Mühlebergalternativen zu Erarbeiten. Resultierte die Studie, „die Alternative zum AKW Mühleberg sind Grossgaskraftwerke oder Atomkraftwerke“. Da die BKW zur Hälfte dem Kt. Bern und gehört und weite Gebiete im Kanton direkt an der BKW Leitung hängen sind wir Strombezüger nun die welche die Fehlentscheide der BKW Riege zu berappen (-befranken) haben. 

Standort „Papiiri Utzenstorf“?

 Da die Papierfabrik Utzenstorf einen Teil der Abwärme des Gaskraftwerks nutzen könnte wurde immer dargestellt das die Papierfabrik Utzenstorf „Papiiri“ davon profitieren könnte. Die Region und auch ich selbst stehe zur Papierfabrik Utzenstorf, sie ist ein wichtiger Arbeitgeber und ist mit Ihrem hohen Altpapieranteil ein sinnvolles weil Ressourcenschonendes Werk. Ob jedoch das Gaskraftwerk am Standort Utzenstorf Sinn macht und den Zielen der Papierfabrik dient ist fraglich!

Es besteht der Irrglaube dass wenn das Gaskraftwerk in Betrieb geht die alten Kessel der Fabrikheizzentrale nicht mehr benötigt werden. Herr Thönen erwähnte jedoch im Rahmen einer Vorlesung an der Fachhochschule Biel das das Kraftwerk ein sogenanntes Spitzenlastkraftwerk sei, also ein Kraftwerk welches die Leistung so Regelt wie sie der Markt (Nicht die Papierfabrik) benötigt. Her Thönen bestätigte die Frage, ob denn das Kraftwerk auch ganze Tage in tiefer Last gefahren oder gar abgeschaltet würde, mit Ja. Daraus lässt sich ablesen dass das Gaskraftwerk nicht in erster Linie der Papierfabrik dient sondern den Marktbedürfnissen folgt. Ist also viel Stromangebot im Markt (Wind, Sonne aus D) wird die Kraftwerksleistung gedrosselt. In Folge müsste dann die „Papiiri“ wieder eigene Heizkessel in Betrieb nehmen (halten). Einziger Profit für die Region untere Emme wäre wohl die Ausserbetriebnahme des Schwerölkessels im Papierfabrikareal. Die Energiewende ist im Gange und die Strommarktpreise sind stark unter Druck, der Bau eines Gaskraftwerks hat auch Risiken für die Papiiri. Wird das Gaskraftwerk unrentabel könnte sich die BKW gezwungen sehen die Energiebezugspreise für Dampf und Strom anzuheben, für die Papiiri wäre dann nur zu hoffen das sie langzeitige Energielieferverträge mit der BKW hätte so dass diese auf den Unkosten sitzen bleibt.

 Chance?

 Nein! Es ist keine Chance, das Gasraftwerk wäre ein Experiment mit hohem Risiko und neuer Belastung für die Umwelt. Leider hat der Handel mit Emmissionszertifikaten den Weltweit steigenden Abgasausstoss in keiner Weise zu reduzieren vermocht. Die Energiewende hin zu den Erneuerbaren ist der einzige Ausweg aus dem Dilemma. Die hohe Wachstumskurve im weltweiten Zubau von erneuerbaren Energien spricht eine klare Sprache.

 

BKW raus aus ATOM- und GASKRAFT! Und zusammen mit der Berner Bevölkerung in die Energiezukunft.

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